bisexualität
sexuelle Neigungen
Die Silbe bi stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “zweifach”. Unter bisexuellen Menschen versteht man Personen, die sowohl homosexuelle als auch heterosexuelle Partnerschaften eingehen - manchmal sogar gleichzeitig - und Sex mit beiden Geschlechtern haben. Dabei kann Bisexualität dauerhaft sein oder nur zeitweise zum Ausdruck kommen.
Sigmund Freud hat die These aufgestellt, dass im Grunde jeder Mensch bisexuell ist und die homosexuellen und heterosexuellen Anteile individuell verschieden stark ausgeprägt sind. Gesellschaftliche Zwänge und Tabus so erkannte schon Freud, führen oft zu Verdrängung der homosexuellen Anteile ins Unterbewusstsein.
Sexuelle Identitäten halten selten ein Leben lang. Im Übrigen ist das Wort Bisexualität wissenschaftlich umstritten, denn es suggeriert eine Dreiteilung zwischen Heterosexualität, Homosexualität und Bisexualität, die es so nicht gibt. Der Sexualaufklärer Oswalt Kolle sagte, dass „jeder Mensch bisexuell ist“.
Bisexualität heißt im Übrigen „Doppelgeschlechtlichkeit“ und kommt ursprünglich aus der Biologie. Eine bisexuelle Grundstruktur gibt es nicht nur bei Menschen, sondern bei allen Lebewesen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die sexuellen Neigungen in der Pubertät ausbilden. Aber selbst wenn sich eine homo- oder heterosexuelle Identität ausgebildet hat, ist diese nicht bindend für das ganze Leben. Die sexuelle Identität kann sich mehrfach ändern.
Bin ich bisexuell, wenn ich als Mann Sex mit Männern habe oder als Frau Sex mit Frauen habe und Beziehungen mit ihnen haben, aber rein theoretisch mit einer Frau oder einem Mann glücklich werden könnte? Die Antwort lautet ja.
Es gibt kein richtiges oder falsches bisexuell. Vielen fällt es aber leichter durchs Leben zu kommen, indem sie sich für eine Seite entscheiden. Gründe gibt es dafür mehr als einen. Manche haben schlechte Erfahrungen gemacht mit einem Geschlecht.
Eigentlich gibt es keine Bisexualität, sondern nur bisexuelles Verhalten
Denn im Prinzip befindet sich zwischen Homosexualität und Heterosexualität eine große Skala, in der sich die meisten Menschen einreihen können. Dieses würde man als bisexuelles Verhalten bezeichnen.
Jeder einzelne entscheidet für sich selbst, wie er/sie glücklich wird. Nicht immer ist die Entscheidung leicht und richtig. Manche haben einfach das Gefühl, dass ihnen etwas fehlt, wenn sie nur mit einer Person zusammen sind. Sie möchten beides haben und manchmal gleichzeitig. Die „anderen“ Neigungen zu unterdrücken oder sie heimlich in einer Beziehung auszuleben sorgen für Stress und können mitunter zu gesundheitlichen Problemen führen.