Archiv für die Kategorie 'reportagen'

prostitution in oesterreich

admin am 29. March 2009

ausübung der prostitution in oesterreich

Die Ausübung der der käuflichen Liebe - das Anbieten von sexuellen Dienstleistungen durch erwachsene Personen - ist in Österreich grundsätzlich legal, jedoch lässt sich bis heute eine Doppelbödigkeit im rechtlichen und gesellschaftlichen Umgang mit diesem Thema erkennen. Prostituierte unterliegen zahlreichen gesetzlichen Pflichten: sie müssen sich wöchentlichen Gesundheitsuntersuchungen unterziehen, sich registrieren lassen, ihr Einkommen versteuern und sich an die zahlreichen landesgesetzlichen Einschränkungen der Prostitution halten. Umgekehrt jedoch stehen diesen Pflichten kaum Rechte gegenüber: ihre Tätigkeit gilt als sittenwidrig, Verträge über ihre Dienstleistungen sind nichtig, sie können ihr Honorar nicht einklagen und ihre soziale Absicherung ist nur selten gewährleistet. Über all dem steht die gesellschaftliche Stigmatisierung von Prostituierten.

Von dieser Problematik sind vorwiegend Frauen betroffen, weit über 90 Prozent der Prostituierten sind Frauen.

Um Frauen (und Männer) in der Prostitution nachhaltig vor Ausbeutung zu schützen, ist daher ein klares Konzept im Umgang mit der freiwilligen Erbringung von sexuellen Dienstleistungen notwendig. Die arbeits- und sozialrechtliche Absicherung muss dabei ein vordringliches Ziel sein, ebenso wie die Schaffung von existenzsichernden alternativen Erwerbsmöglichkeiten, um einen jederzeitigen Berufswechsel zu gewährleisten.

Überdies ist eine klare Trennlinie zwischen der freiwilligen Erbringung von sexuellen Dienstleistungen und Frauenhandel (und anderen Formen von sexueller Gewalt und Zwang) notwendig, um Opfer also solche besser erkennen und unterstützten zu können.


Maßnahmenkatalog

Die Task Force Menschenhandel hat daher im Juni 2007 einen interdisziplinär besetzten ExpertInnenkreis unter der Leitung der Frauensektion im Bundeskanzleramt eingesetzt, dessen Aufgabe es war, umfassende Maßnahmen zur Besserstellung von Prostituierten in Österreich zu erarbeiten.

In einjähriger Arbeit hat sich der ExpertInnenkreis sehr umfassend mit dem Thema Prostitution in Österreich auseinandergesetzt und die Ergebnisse in einem Bericht zusammengefasst. Dieser enthält neben einer ausführlichen Darstellung der prostitutionsrelevanten Rechtslage und ihren Auswirkungen einen breit gefächerten Maßnahmenkatalog, der der Komplexität der Problemstellungen gerecht wird.


Arbeitsbericht des ExpertInnenkreises “Prostitution” im Rahmen der Task Force Menschenhandel.

Wien, Juni 2008.

Beschreibung — Auszug aus: frauen.bka.gv.at

http://www.frauen.bka.gv.at/site/6375/default.aspx

Meine Meinung:

Prostituierte oder auch schöner ausgedrückt - Sexworkerinnen, Sexarbeiterinnen bieten einen Dienstleistung an die für die Gesellschaft sehr wichtig und trotzdem leiden sie unter einem gesellschaftlichen Stigma, haben keinen Rechte aber sehr wohl Pflichten.

Prostitution ist zwar legal aber sittenwidrig, ein Paradoxum das endlich einmal gesetzlich überarbeitet werden sollte.

Es gibt einen wunderschönen, alten Ausdruck für Prostituierte: Freudenmädchen. Dieser Ausdruck sagt doch alles aus - ein Mädchen das Freude bereitet.



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dokumention arbeitsfeld prostitution

admin am 3. March 2009

Kreuz und Quer Dokumentation um 22.30h  auf Orf 2 - Arbeitsfeld Prostitution, Mama putzt

“Arbeitsfeld Prostitution” – Ein Film von Sabine und Michael Ranocha und Barbara Krenn

“Arbeitsfeld Prostitution” setzt sich mit der Realität von Prostitution in Österreich auseinander, beleuchtet die gesellschaftliche und rechtliche Stigmatisierung Prostituierter und zeigt die Spannung auf zwischen dem Kampf nach Legalisierung “des Gewerbes” von sogenannten Sexarbeiterinnen, die sich aus freiem Willen prostituieren, und der Schutzbedürftigkeit Zwangsprostituierter. Gerade die Diskrepanz zwischen Opfer-Dasein und Selbstbestimmung beschäftigt auch die feministische Theologie. Welchen Platz die feministische Theologie in dieser Frage einnimmt, wie sie den biblischen Zusammenhang sieht und wie sehr das Thema die Genderfrage – also die Frage nach dem Bild von Mann und Frau in Kirche und Gesellschaft – betrifft, diesen Fragen geht die Dokumentation nach.

Viele verdienen an Prostitution

In nahezu jeder Kultur wird Prostitution ausgeübt, wobei die soziale und gesellschaftliche Akzeptanz große Unterschiede aufweist. Daten über den Konsum von sexuellen Dienstleistungen sind kaum zu erfassen – die Zahlen dürften jedenfalls hoch sein.

Innerhalb einer Gesellschaft verdienen in aller Regel viele an diesen Dienstleistungen: Vermittler/innen, Bordellbetreiber/innen, Bar- und Clubbesitzer/innen. Aber auch Bund, Länder und Gemeinden nehmen Steuern und Bußgelder ein. Nicht nur die große Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen, sondern auch die Tatsache, dass viele einzelne Menschen, Branchen und staatliche Institutionen an der Prostitution verdienen, könnte als Ausdruck für deren gesellschaftliche Akzeptanz gewertet werden. In großem Widerspruch dazu wird jedoch Prostitution ethisch abgelehnt.

Für eine Theologie mit Frauenperspektive

Hier setzt die feministische Theologie an. Wissenschafterinnen wie die feministische Theologin Renate Kirchhoff bemühen sich um eine Theologie unter besonderer Berücksichtigung der Frauenperspektive und versuchen, patriarchale Strukturen, die Frauen benachteiligen, zu hinterfragen und Stigmatisierungen zu benennen und aufzubrechen. Kirchhoff ist davon überzeugt, dass Prostitution so alt ist wie das Patriarchat und Teil dieses Systems ist. Es geht ihr nicht darum, Prostitution als solche gutzuheißen oder zu fördern. Es komme vielmehr darauf an, die Situation von Frauen, die von der Prostitution leben, zu verbessern und die gesellschaftliche und kirchliche Einstellung gegenüber der Prostitution zu ändern.

Prostitution gilt als “sittenwidrig”

In Österreich gilt Prostitution durch einen Spruch des Obersten Gerichtshofs als “sittenwidrig”. Dadurch ist es nicht möglich, Verträge über Sexarbeit einzugehen oder daraus Rechtstitel zu erstreiten. Eine Prostituierte kann aufgrund dessen ihre Rechte nicht einklagen. Sexarbeit ist in Österreich zwar als selbstständige Tätigkeit erlaubt und auch mit Auflagen, mit Kontrollen und Pflichten verbunden, bleibt aber rechtlos. Vor allem Migrantinnen und Asylwerberinnen werden oft ausgenutzt – so die Einschätzung der Caritas-Beratungsstelle LENA in Linz. Da Asylwerberinnen in Österreich einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen dürfen, ist die Prostitution für sie oft die einzige Möglichkeit, legal einer Arbeit nachzugehen. Frauen geraten dadurch oft in einen Teufelskreislauf, aus sie schwer wieder herauskommen. LENA unterstützt diese Frauen, Wege aus der Prostitution zu finden.

Zwangsprostituierte

Noch schwieriger ist es für Frauen, die – oft aus dem Osten Europas – als “Animierdamen” oder “Tänzerinnen” angeworben werden, denen große Versprechungen gemacht werden, die dann aber als Zwangsprostituierte in Österreich landen. Alina beispielsweise musste diese schmerzliche Erfahrung machen. Fünf Jahre lang wurde sie zwangsprostituiert, bis ihr endlich die Flucht gelang. Nach jahrelanger Therapie kann sie heute vor der “kreuz und quer”-Kamera über ihre Erlebnisse sprechen.

Zu Wort kommen in der Dokumentation “Arbeitsfeld Prostitution” neben der evangelischen Theologin Renate Kirchhoff, den Mitarbeiterinnen der CARITAS-Beratungsstelle LENA und der ehemaligen Zwangsprostituierten Alina u. a. auch eine Sexworkerin, die sich für die Rechte von Prostituierten einsetzt, die aus freiem Willen dieser Tätigkeit nachgehen, und der katholische Moraltheologe Walter Schaupp.

“Mama putzt” – Ein Film von Limor Pinhasov

1990 war die 22-jährige Bolivianerin Marisa Villozial frisch geschieden und an der Grenze zur Armut. Ihre einjährige Tochter und den dreijährigen Sohn ließ sie bei ihren Eltern und flog über den Atlantik, um Arbeit zu suchen. Sie landete in Israel, schuftete 15 Jahre lang als Putzfrau und schickte Geld nach Hause. Das Größerwerden ihrer Kinder bekam sie lediglich durch unregelmäßige Telefonate mit.

Rückkehr nach 15 Jahren

Im Februar 2005 kehrt Marisa nach Bolivien zurück, um wieder mit ihrer Familie vereint zu sein und die Rolle einer richtigen Mutter zu übernehmen. Doch ihre Heimkehr nach Cochabamba ist nicht einfach. Sohn und Tochter, mittlerweile 16 und 18, sind bald enttäuscht – Mutter und Kinder verhalten sich wie Fremde zueinander.

Und das Haus, das mit Marisas Geld errichtet werden hätte sollen, stellt sich als Rohbau heraus. Ihr Vater hatte ein überdimensioniertes Haus zu bauen begonnen. Nun reicht das Geld nicht mehr, halbfertig steht es da.

Zu allem Überdruss sind Marisas Eltern bestrebt, sie vor ihrem Lebensgefährten zu bewahren, einem bolivianischen Arbeiter, den sie in Israel kennengelernt hat, der aber straffällig geworden ist. Mit ihm möchte Marisa ein neues Leben beginnen. Doch die Eltern drohen, sie zu enteignen und ihr die Kinder wegzunehmen, weil sie überzeugt sind, dass der vorbestrafte Alfredo sich all die Jahre ihres Geldes bemächtigt hat.

Eine intime Geschichte von Armut, Entfremdung und Entwurzelung – zutiefst persönlich und gleichzeitig von globaler Allgemeingültigkeit.

http://religion.orf.at/projekt03/tvradio/kreuz/kq090303_frauen_fr.htm

http://www.orf.at

http://www.caritas-linz.at/index.php?id=428

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